B02
Emergence and change of registers: The case of Lithuanian and Latvian
Dieses Teilprojekt endet mit der ersten Förderungsphase Ende 2023.
Projekt B02 erforscht die Entstehung und Entwicklung von Registern anhand der Anfänge schriftlicher Überlieferung im Litauischen und Lettischen, zweier nah verwandter Sprachen, in denen Registerfragen bislang nicht untersucht wurden. Unser Hauptaugenmerk gilt den beiden wichtigsten Pionieren der neuen Schriftsprachen, Johannes Bretke (1536–1602, Altlitauisch) und Georg Mancelius (1593–1654, Altlettisch). Ihre Werke bieten ein breites Spektrum von Textsorten zur Untersuchung intraindividueller Variation, besonders hervorzuheben sind hier die Postillen (geordnete Sammlungen von Perikopen und zugehörigen Predigten). Entscheidende Faktoren sind der Einfluss der jeweiligen verschriftlichten Vorlagensprachen auf übersetzte Texte wie auch der lebendige Sprachkontakt in der mehrsprachigen Umgebung beider Verfasser. Unsere grundlegenden Forschungsfragen sind: (i) Wie entstehen neue Register, welche Rolle spielen dabei einzelne Autoren? (ii) Wie lässt sich der Einfluss von Lehnregistern aus Übersetzungsvorlagen abschätzen? (iii) Wie kann ein multilingualer Kontext analysiert werden? (iv) Wie verändern sich einmal etablierte Register im Lauf der Sprachgeschichte?


